Irgendwann steht es an: Die Wände im Wohnzimmer haben Kratzer, der Flur wirkt grau, das Kinderzimmer braucht eine neue Farbe. Dann kommt die Frage: Selber streichen — oder einen Maler beauftragen?
Die Antwort hängt von mehr ab, als man denkt. Nicht nur vom Budget, sondern auch vom Zustand der Wände, der eigenen Zeit und dem gewünschten Ergebnis.
Wann Selberstreichen funktioniert
Ein frisch verputzter Raum mit geraden Wänden, keine Risse, keine Feuchtigkeit — da kann man mit etwas Übung gute Resultate erzielen. Vorausgesetzt, man investiert genug Zeit in die Vorbereitung: Abdecken, Abkleben, Grundieren. Genau hier unterschätzen die meisten den Aufwand.
Für ein 20-Quadratmeter-Zimmer rechnet man als Laie schnell mit einem ganzen Wochenende. Material kommt dazu: Farbe, Rollen, Abdeckvlies, Klebeband, Teleskopstange. In der Schweiz liegt man allein beim Material bei CHF 150 bis 300 — je nach Farbqualität.
Das Ergebnis? Oft sichtbare Rollenstreifen, unsaubere Kanten an Deckenübergängen und Farbnasen an Ecken. Nicht schlimm für den Keller. Aber im Wohnbereich fällt es auf — und genau hier lohnt sich der Griff zum Profi. Wer beispielsweise auf professionelle Malerarbeiten in Thun setzt, bekommt Vorbereitung, Ausführung und Reinigung aus einer Hand.
Wann ein Profi die bessere Wahl ist
Sobald eine dieser Situationen zutrifft, lohnt sich ein Malerbetrieb:
- Risse oder Unebenheiten im Untergrund — Ohne fachgerechtes Spachteln und Schleifen bleibt jede Unregelmässigkeit sichtbar, auch unter drei Schichten Farbe.
- Decken streichen — Über Kopf arbeiten ist anstrengend und fehleranfällig. Profis arbeiten mit Sprühsystemen oder speziellen Rollen, die keine Tropfen hinterlassen.
- Farbwechsel von dunkel auf hell — Wer eine dunkelgraue Wand weiss streichen will, braucht Sperrgrund und mindestens drei Anstriche. Mit der falschen Technik schimmert die alte Farbe durch.
- Altbauwohnungen — Stuck, Holzrahmen, unebene Putzflächen: Hier braucht es Erfahrung, damit nichts beschädigt wird.
- Treppenhäuser und hohe Räume — Sicherheit und Gerüstaufbau sind kein DIY-Projekt.
Was kostet ein Maler in der Schweiz?
Die Preise variieren je nach Region und Aufwand. Als grobe Orientierung:
- Einfacher Innenanstrich (Wände + Decke): CHF 25–45 pro Quadratmeter
- Fassadenanstrich: CHF 40–80 pro Quadratmeter
- Spezialarbeiten (Spachteltechnik, Lasur): CHF 60–120 pro Quadratmeter
In diesen Preisen sind Material, Arbeitszeit und Vorbereitung enthalten. Viele Betriebe bieten eine kostenlose Besichtigung vor Ort an, damit die Offerte verbindlich und transparent ausfällt.
Wichtig: Nicht nur den Quadratmeterpreis vergleichen. Fragen Sie nach, was im Preis enthalten ist — Abdeckarbeiten, Grundierung, Schlussreinigung und Entsorgung machen den Unterschied.
Worauf Sie bei der Wahl des Malers achten sollten
Ein guter Malerbetrieb zeigt sich nicht an der Webseite, sondern an der Arbeitsweise. Diese Punkte helfen bei der Einschätzung:
Besichtigung vor der Offerte. Wer eine Offerte schickt, ohne die Räume gesehen zu haben, kann den Aufwand nicht seriös einschätzen. Eine Vor-Ort-Besichtigung ist Standard bei professionellen Betrieben.
Detaillierte Offerte. Jede Position sollte einzeln aufgeführt sein: Fläche, Arbeitsschritte, Material, Zeitaufwand. Pauschalpreise ohne Aufschlüsselung sind ein Warnsignal.
Eigenes Team. Betriebe, die mit wechselnden Subunternehmern arbeiten, haben weniger Kontrolle über die Qualität. Fragen Sie direkt: Wer kommt auf die Baustelle?
Referenzen und Bewertungen. Google-Bewertungen und Fotos von abgeschlossenen Projekten zeigen, ob die Ergebnisse halten, was die Offerte verspricht.
Die Entscheidung: Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir ein typisches 4.5-Zimmer-Haus mit rund 180 Quadratmetern Wandfläche:
- Selber streichen: CHF 400–600 Material + 3–4 volle Arbeitstage (à 8 Stunden). Rechnet man die eigene Zeit mit CHF 40/Stunde, landet man bei CHF 1’400–1’900.
- Maler beauftragen: CHF 4’500–7’000 je nach Zustand und Farbwahl. Dafür steht alles innert weniger Tage, inklusive Vorbereitung und Reinigung.
Der Preisunterschied ist real. Aber wer die eigene Zeit einrechnet, Nachbesserungen vermeiden will und ein sauberes Ergebnis erwartet, fährt mit einem Profi oft besser.
Fazit
Für ein einzelnes Zimmer mit guten Wänden: selber streichen kann sich lohnen. Für alles, was darüber hinausgeht — mehrere Räume, Altbau, Fassade, Spezialfarben — spart ein professioneller Malerbetrieb am Ende Zeit, Nerven und oft auch Geld.
Wer auf Nummer sicher gehen will, holt sich eine unverbindliche Offerte von einem lokalen Malerbetrieb — und vergleicht den Aufwand mit dem eigenen Zeitinvestment.

