Zeckenschutz beim Wandern: So schützt du dich im Sommer

Zeckenschutz beim Wandern: So schützt du dich im Sommer
Kurze Antwort

Zeckenschutz beim Wandern gelingt am besten mit geschlossener, heller Kleidung, einer gründlichen Körperkontrolle nach jeder Tour und, bei regelmässigen Ausflügen ins Grüne, einer Impfung gegen FSME, denn zwischen Frühling und Herbst warten die kleinen Spinnentiere in Gräsern und Sträuchern bis auf Kniehöhe auf einen Wirt. Sobald die Wiesen wieder hoch stehen und die Wanderwege trocken sind, kehrt in der Schweiz jedes Jahr diese unscheinbare Gefahr zurück, die viele erst bemerken, wenn es zu spät ist. Ein Stich verläuft dabei längst nicht immer harmlos.

Wo Zecken lauern und wie gefährlich ein Stich wirklich ist

Zecken sitzen entgegen einem verbreiteten Irrtum nicht auf Bäumen. Sie warten stattdessen in Gräsern, Sträuchern und hohem Unterholz auf einen Wirt und halten sich mit ihren Beinen fest, sobald dieser vorbeistreift. Besonders Waldränder, Lichtungen und Wegränder mit dichtem Bewuchs gelten als Risikozonen, ähnlich wie beim Waldbaden, wo der direkte Kontakt mit dichtem Unterholz bewusst gesucht wird. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen zwei Erkrankungen: die bakterielle Borreliose, die sich oft durch eine ringförmige Hautrötung bemerkbar macht, und die virale FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, die in schweren Fällen das Nervensystem angreifen kann. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) gilt inzwischen der grösste Teil der Schweiz unterhalb von rund 1500 Metern als FSME-Risikogebiet, mit Ausnahme einzelner Kantone wie Genf und Tessin (Stand 2024). Diese Risikokarte erklärt, weshalb Fachleute besonders Personen mit häufigem Aufenthalt im Grünen zur FSME-Impfung raten.

Zeckenschutz beim Wandern1KleidungRichtig anziehenLange, helle Kleidung tragenHosen in die Socken stecken2KontrolleNach der WanderungKniekehlen, Achseln, Haaransatz prüfenAuch Kinder gründlich absuchen3EntfernenRichtige TechnikMit Pinzette nah an der Haut fassenGerade herausziehen, nicht drehen4ImpfungFSME vorbeugenFür Wanderer in Risikogebieten sinnvollFrühzeitig mit Grundimmunisierung startenseite3.ch

Zeckenschutz beim Wandern: Diese Massnahmen wirken wirklich

Am wirksamsten ist nach wie vor eine simple Regel: Haut bedecken, wo immer es die Temperatur zulässt. Lange Hosen, möglichst helle Stoffe und geschlossenes Schuhwerk erschweren es den Tieren, überhaupt an die Haut zu gelangen. Ein Zeckenschutzmittel auf Haut oder Kleidung reduziert das Risiko zusätzlich, auch wenn kein Mittel hundertprozentigen Schutz bietet. Nach der Wanderung lohnt sich zudem eine gründliche Kontrolle von Kniekehlen, Achseln, Haaransatz und anderen warmen, feuchten Körperstellen, weil Zecken genau solche Bereiche bevorzugen. Wird eine Zecke früh entdeckt und korrekt mit einer Pinzette entfernt, sinkt das Übertragungsrisiko für Borreliose deutlich, da die Bakterien meist erst nach mehreren Stunden übertragen werden. Auch robuste Wanderschuhe mit hohem Schaft tragen dazu bei, weil sie eine zusätzliche Barriere zwischen Unterholz und Haut bilden.

Impfung, Ausrüstung und Verhalten im Alltag

Wer regelmässig in Wald und Feld unterwegs ist, kann über eine FSME-Impfung nachdenken, die von vielen Ärztinnen und Ärzten in der Schweiz empfohlen wird, sobald man in Risikogebieten wandert, Velo fährt oder campiert, etwa dort, wo auch unter freiem Himmel gezeltet wird und der Kontakt zu hohem Gras besonders eng ist. Auch beim Trailrunning abseits befestigter Wege lohnt sich dieselbe Vorsicht, weil die Strecken oft durch dichtes Gras und Unterholz führen. Die Grundimmunisierung gegen FSME besteht meist aus mehreren Impfungen und sollte deshalb nicht erst kurz vor der geplanten Tour begonnen werden. Neben der Impfung helfen einfache Routinen im Alltag:

  • Nach jeder Wanderung Kleidung und Rucksack ausschütteln, bevor man sie ablegt
  • Haut und Kopfhaut noch am selben Abend gründlich absuchen, auch bei Kindern
  • Zeckenkarte oder feine Pinzette griffbereit in der Wanderapotheke mitführen
  • Bei Rötung, Fieber oder grippeähnlichen Symptomen nach einem Stich zeitnah eine Arztpraxis aufsuchen

Diese Massnahmen ersetzen keine ärztliche Beratung, senken das Risiko im Alltag aber spürbar. Das zeigt sich auch an den Zahlen: Die gemeldeten FSME-Fälle erreichten laut BAG in den vergangenen Jahren mehrfach neue Höchststände, mit jeweils mehreren Hundert registrierten Fällen pro Jahr (Stand 2025).

Häufige Fragen zum Zeckenschutz beim Wandern

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Am besten mit einer feinen Pinzette oder Zeckenkarte möglichst nah an der Haut fassen und die Zecke gerade, ohne Drehen, langsam herausziehen. Danach die Stelle desinfizieren und in den folgenden Wochen beobachten.

Wie lange dauert es, bis eine Zecke Krankheiten überträgt?

Borreliose-Bakterien werden meist erst nach mehreren Stunden Saugzeit übertragen, weshalb eine rasche Kontrolle nach der Wanderung so wichtig ist. FSME-Viren können dagegen bereits kurz nach dem Stich übergehen.

Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?

Empfohlen wird die Impfung insbesondere Personen, die in Risikogebieten wohnen oder regelmässig wandern, campieren oder gärtnern. Die individuelle Situation lässt sich am besten in einer Arztpraxis oder Apotheke klären.

Schützt lange Kleidung wirklich vor Zeckenstichen?

Ja, geschlossene, möglichst helle Kleidung erschwert es Zecken, an die Haut zu gelangen, und erleichtert es zudem, die Tiere frühzeitig zu entdecken, bevor sie sich festsetzen.

Was tun, wenn sich nach einem Stich ein roter Ring bildet?

Eine sich ausbreitende, ringförmige Rötung rund um die Einstichstelle gilt als typisches Anzeichen einer Borreliose und sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Das Wichtigste zum Zeckenschutz beim Wandern in Kürze

Zecken lassen sich im Schweizer Sommer nicht vermeiden, ihr Risiko aber schon. Wer geschlossene, helle Kleidung trägt, sich nach jeder Tour kontrolliert und bei häufigen Ausflügen ins Grüne über die FSME-Impfung nachdenkt, senkt die Wahrscheinlichkeit eines Stichs spürbar. Am wichtigsten bleibt die Kontrolle direkt nach der Wanderung, weil sie das Übertragungsrisiko für Borreliose deutlich verringert. Wer diese Routine im Sommer 2026 in Wanderungen, Zeltnächte und Gartenarbeit einbaut, kann sich beim ersten Jucken beruhigt selbst checken, statt gleich das Schlimmste zu befürchten.

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.